Die Maßnahme

Deutschland | 2007 | 37 Minuten

The Operation

Russland im Jahr 2007: ein Land auf dem Weg Richtung Polizeistaat und Diktatur.

Eine sibirische Kleinstadt wird 4 Tage lang Opfer eines brutalen Polizeiübergriffs. Keiner weiß warum. Der Film spürt den Gründen und Folgen der Ereignisse nach und zeigt im Fokus der Kleinstadt Blagoweschensk einen Konflikt, der heute ganz Russland erfasst: die Politik auf dem Weg zum Polizeistaat – die Bürger:innen auf dem Weg in die Zivilgesellschaft.

Als die Sondereinsatztruppe OMON am Samstag Abend, dem 10. Dezember 2004 mit ihrem LKW vor der Bar „Pharao“ im Zentrum der 30 000-Einwohner-Stadt Blagoweschensk vorfährt, wird sie von den schlangestehenden Käufern vom nahe gelegenen Kiosk noch neugierig beäugt. Umso irritierter die Reaktionen, als nach 5 Minuten die gesamten männlichen Besucher der Bar brutal in den LKW geprügelt werden und gleich noch ein paar der neugierigsten Zuschauer selbst.

Der Film spürt den verschiedenen Darstellungen der Ereignisse nach und zeigt – beiden Seiten eine Stimme gebend – den auch ein Jahr danach noch schwelenden „kalten Krieg“ zwischen den Fronten. In Interviews, Archivmaterialien und Beobachtungen entsteht das Bild einer in vieler Hinsicht typischen russischen Kleinstadt. An dem Beispiel wird sichtbar, wie die politische Führung in steigender Angst vor einer möglichen „samtenen“, „orangenen“ oder „rosanen“ Revolution im eigenen Land zunehmend repressiv gegen die eigenen Bürger:innen vorgeht. Der Film beobachtet die Akteur:innen des Konflikts – ohne zu verurteilen – bei ihrer Wahl zwischen Anpassung und Zivilcourage.

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Credits

Buch & Regie: Kerstin Nickig
Produzent: Michael Truckenbrodt
Kamera: Eugen Schlegel, Michal Tywoniuk

Schnitt: Ralf Ilgenfritz
Musik:
Die Vierte Variante
Produktion:
TIME PRINTS