Wessen Stadt?
Deutschland, Dänemark | 2017 | 60 Minuten

Die Mitte der Stadt luxuriös, der Palast der Republik zurückgebaut, der Tresor geschlossen. Wessen Stadt? geht vom Architekturstreit der 90er Jahre in Berlin aus und betrachtet seine Nachwirkungen. Der Regisseur spricht mit Architekt:innen, Stadtplaner:innen und Akteur:innen von damals und fragt heute, ob und wie die Stadt eine Stadt für alle bleiben kann.
„Wessen Stadt?“ ist ein Film über den Wandel Berlins von der etwas heruntergekommenen und vernachlässigten, aber sehr dynamischen und flexiblen Stadt der 1990er Jahre zu der immer schickeren und exklusiveren Stadt von heute. Während der Blick der Öffentlichkeit sonst eher auf die wirtschaftlichen und politischen Machtverhältnisse in der heutigen Stadtplanung gerichtet wird, begibt sich »Wessen Stadt?« zurück in die Vergangenheit zu den fast vergessenen, aber prägenden architektonischen Auseinandersetzungen der 1990er Jahre. Mit dem Fall der Berliner Mauer und des Eisernen Vorhangs 1989/1990 und der deutschen Wiedervereinigung 1990 beschäftigten sich führende Politiker und Stadtplaner in Berlin mit Fragen der Ästhetik und Tradition, um das Stadtbild Berlins zu normalisieren. Damit wurde der Weg für die fortschreitende neoliberale Vereinnahmung der Stadt geebnet, da die grundlegende Frage nicht mehr gestellt wurde: Für wen bauen wir?
Der Film reist mit uns durch Berlin, vom Potsdamer Platz im Westen bis zum Alexanderplatz im Osten und von der männerdominierten, konservativen Stadtplanung der frühen 1990er Jahre bis zur aufgeschlosseneren, von Frauen geführten Stadtplanung von heute. Schließlich ist der Film eine Reise in die Komplexität und den Reichtum der Stadtplanung. Die Argumente und Standpunkte, die das Berliner Planungsfeld seit Anfang der 1990er Jahre geprägt haben, führen zu den eindringlichen Fragen der Gegenwart, welche berücksichtigt werden müssen, wenn wir eine Stadt für alle haben wollen.
Kann Berlin tatsächlich alte und neue Spaltungen überwinden und eine Stadt für alle werden?
Credits
Buch & Regie: Hans Christian Post
Produzent: Michael Truckenbrodt, Hans Christian Post
Kamera: Uwe Bohrer, Erik Krambeck, Hans Christian Post
Schnitt: Karoline Schulz
Ton: Helen Neikes
Musik: Ars Sonor, Ars Sonor & Xxix, Ars Sonor and Digital by Birth, Deltamorphon, et_, Jahzzar, The Black Square
Produktion: Post Behrens Produktion und TIME PRINTS
Förderung & Partner: Universität von Kopenhagen, Danish Arts Foundation, Dreyers Fond









